Kinoreview zu "Margos Spuren"

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©Fox
Regisseur: Jake Schreier
Buchvorlage: John Green
Länge: 109 Minuten

FSK ab 6 freigegeben
Cast & Crew: u.a. Cara Delevigne, Nat Wolff
Trailer: *hier*
Meine Rezension zu der Buchvorlage findet ihr *hier*.


Solange Quentin denken kann, ist er in Margo Roth Spiegelman verliebt. Seine geheimnisvolle, beliebte, attraktive Nachbarin. Als kleine Kinder waren die beiden befreundet, doch über die Jahre ist die Freundschaft komplett erloschen. Während Margo Abenteuer erlebt und in der Schule beliebt ist, ist Quentin ein braver Nerd. Das ändert sich als Margo mitten in der Nacht bei Quentin ans Fenster klopft und ihn um Hilfe bittet. Sie will einen Rachefeldzug durchziehen und Quentin soll sie begleiten. Nach der adrenalingeladenen Nacht, erhofft sich Quentin, dass die Dinge sich zwischen ihnen geändert haben, doch am nächsten Morgen ist Margo nicht in der Schule. Sie ist verschwunden und hat kleine Hinweise hinterlassen, die Quentin und seine Freunde versuchen zu entschlüsseln.

Seit die Cast und später auch der Trailer veröffentlicht wurden, war ich sehr gespannt auf die Verfilmung von John Greens Bestseller.
Ich hatte das Glück, den Film in einer Preview 2 Wochen vor dem Kinostart zu sehen. Als die Vorschau vorbei war, spürte ich eine riesengroße Vorfreude in mir. Nachdem mir das Buch so gut gefallen hatte, hatte ich auch große Erwartungen an die Verfilmung.

Zu unserer Überraschung wurde direkt vor dem Film eine Videobotschaft von John Green gezeigt, in der er uns viel Spaß wünschte und daran erinnerte noch nicht zu spoilern, weil den Film noch fast niemand kennt. Er wirkte unglaublich sympathisch und hat wirklich gut den deutschen Titel ausgesprochen.

Und dann endlich fing der Film an!

Der Film beginnt genau gleich wie das Buch. Man sieht die jüngeren Ichs von Margo und Quentin, wie sie die Leiche finden. Daraufhin sieht man parallel Margo und Quentin im Laufe der Jahre und die verlorengegangene Freundschaft der beiden. Die richtige Handlung beginnt dann wie im Buch mit dem Rachefeldzug von Margo und Quentin. Dieser Rachefeldzug gehört zu meinen Lieblingsstellen im gesamten Film. Die Stimmung und die Aktionen sind wirklich witzig und machen einfach Spaß beim Zuschauen.

© Fox

Die Schauspieler sind meiner Meinung nach alle sehr gut ausgewählt. Cara Delevigne ist die ideale Margo Roth Spiegelman! Sie verkörpert perfekt die geheimnisvolle, unnahbare Margo und ihre tiefe Stimme lässt sie sehr reif und mysteriös wirken. Nat Wolff hat mich schon in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" in seiner Rolle als Isaac begeistert und meiner Meinung nach spielt er Quentin unglaublich gut und überzeugend. Seine schauspielerische Leistung ist wirklich fantastisch und ich freue mich schon auf die nächsten Filme mit ihm.

Der Film konnte mich mit den Schauspielern, den Bildern und dem Humor begeistern. Oftmals musste ich laut auflachen während dem Film und teilweise auch still vor mich hin lächeln. Nicht nur die beiden Protagonisten, sondern auch die Nebencharaktere wie Ben und Radar wurden sehr gut besetzt. Auch wenn ich finde, dass Ben und Radar deutlich jünger wirken als Quentin. Lacey war mir persönlich ein wenig zu flach, sie schien mir auch äußerlich etwas zu perfekt und amerikanisch blond.
Die Rolle von Angela wurde in dem Film größer aufgezogen als in dem Buch, da sie bei dem Roadtrip im Buch nicht mit dabei ist. 

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Generell wurde die Geschichte sehr nah am Buch verfilmt, auch wenn natürlich vieles nicht in den Film genommen werden konnte. Die wichtigen Themen Freundschaft, Liebe, die Suche nach sich selbst und Freiheit wurden sehr gut in dem Film verarbeitet.
Für alle Fans von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gibt es in dem Film ein kleines Schmankerl, das ich aber noch nicht verraten werde. ;-)

Zusammengefasst finde ich, dass der Humor des Buches sehr gut und nah im Film umgesetzt wurde. "Margos Spuren" ist eher ein Unterhaltungsfilm, der auch Jungs ansprechen soll, aber er hat auch nachdenkliche Stellen. Dennoch haben mir die Poesie und ein wenig der Tiefgang des Buches gefehlt. Beispielsweise wurde im Film komplett weggelassen, dass Quentin logischerweise eine zeitlang denkt, dass Margo sich umgebracht hat. 
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Filmmusik. Sie ist für mich einfach nicht besonders genug. Bei einem Film wie "Margos Spuren", bei der die Atmosphäre des Roadtrips unheimlich wichtig ist, war mir der Soundtrack nicht intensiv und einprägsam genug. Dennoch wurde die Stimmung in dem Film durch die Bilder, die Kameraführung und die Schauspieler sehr gut transportiert. Besonders bei Margos und Q´s Rachefeldzug spürt man das Adrenalin als Zuschauer im Kinosaal förmlich.



Ein sehr unterhaltsamer Film mit einem nachdenklichen Unterton, den ich nicht nur Jugendlichen empfehlen würde. Auch wenn der Film eher den Humor, nicht ganz den Tiefgang des Buches einfängt, ist es eine sehr lohnenswerte Buchverfilmung!
Kleine Schwächen wie der Soundtrack oder die etwas fehlende Poetik werden durch die Atmosphäre wettgemacht. Ein Film, den ich mir auf jeden Fall ein zweites Mal anschauen werde!

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4 Kommentare

  1. Huhu Hannah,
    ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber wenn es wirklich so tiefgründig ist, muss es mir ja gefallen.. ^^ Den Film fand ich persönlich sehr gut, zwar hätte es in der Mitte wirklich etwas tiefgründiger sein können, doch das Ende fand ich genial!

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  2. Ich gehe heute ins Kino und bin schon extrem gespannt! :) Nach dem genialen Soundtrack zu "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hatte ich allerdings auch größere Erwartungen an die Filmmusik. Leider ist die CD zu "Margos Spuren" etwas mainstream geraten.

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  3. Das Buch ist nicht mein Lieblingsbuch von John Green, aber die Verfilmung MUSS ich mir dennoch ansehen :D
    Der Trailer sieht schon ganz okay aus, obwohl ich Cara Delevigne nicht so mag ^^

    Alles Liebe

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  4. Ich finde, das fast kein Charakter (außer Quentin und Lacey) wirklich gut besetzt wurde. Vorallem Margo hab Ich mir anders vorgestellt, da sie allein vom Aussehen her anders (kurviger) ist. Abgesehen davon ist der Film von der Stimmung und der Aussage nicht so tiefgründig und so interessant wie das Buch und es wurde leider auch eine Menge weggelassen und geändert :/ "Margos Spuren" ist zwar nur mein drittliebstes - von den bisherigen gelesenen Büchern, der Film hat mich aber dennoch sehr enttäuscht. Vorallem nach TFIOS, bei der mir beides - sowohl das Buch, als auch der Film umgehauen haben! Ich habe von Anfang bis Ende "mitgelitten" und viel gelacht und geweint, bei dieser Geschichte (im Film) leider so gut wie garnicht :/ Einziges wirkliches Highlight: der Gastauftritt in der Tankstellen-Szene :3

    dennoch ein sehr gut geschriebener Text! Liebe Grüße :)

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