{En Revue} Buchtipps für den Frühling

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Literaturtipps für sonnige Frühlingstage und "coups de coeur"


Hallo meine lieben Leser,

nun lebe ich schon seit zwei Monaten in Frankreich - wie schnell die Zeit doch rast!

Es tut mir leid, dass Ihr die letzten Wochen nichts von mir gehört habt, ich lag leider mit einer viralen Angina flach und habe eine Weile gebraucht, um wieder auf die Beine zu kommen. Aber jetzt bin ich wieder da - und habe viele Buchtipps, Filmempfehlungen und "coups de coeur" für Euch! :-)

Heute möchte Euch meine gelesenen Bücher im März und April vorstellen und ans Herz legen. Es warten viele Higlights darauf, von Euch entdeckt zu werden!  

Zitat des Monats:

"Ich bin in Deinen Armen gewachsen"


(Schnell, Dein Leben - Sylvie Schenk)

buchtipps-blog-frühling

 

Buchiges - Glücksmomente zwischen den Seiten


Im Rahmen meiner Arbeit im Centre Culturel Franco-Allemand in Nantes nehme ich hier am "Cercle littéraire" teil - einem wundervollen Literaturkreis. Jede Woche freue ich mich auf den Austausch mit den französischen Leseratten, die sich begeistert über die deutsche Literatur austauschen.

Im März haben wir gemeinsam "Michael Kohlhaas" von Kleist gelesen. Ein Klassiker der deutschsprachigen Literatur, den nicht nur die französischen Leser anspruchsvoll fanden.

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Das Werk handelt von dem Rosshändler Michael Kohlhaas, dem Unrecht getan wird. Daraufhin startet der - bis dahin - rechtschaffene Bürger einen Rachefeldzug und brennt ganze Städte nieder.
Inhaltlich definitv ein interessanter Roman über Selbstjustiz. Dennoch hatte ich große Probleme mit der Sprache Kleist's. Ich bin einfach kein Fan von seitenlangen Sätzen...

Inhaltlich interessant und zeitlos - und dennoch leider mühsam und stellenweise zäh!


Als Hörbuch beim Kochen und in der Badewanne verschlungen habe ich "Dear Ijeawele, or A Feminist Manifesto in Fifteen Suggestions" von Chimamanda Ngozi Adichie.

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In ihrem feministischen Manifest gibt Adichie einer schwangeren Freundin Ratschläge, wie sie ihre Tochter zu einer Feministin großziehen kann. Man kann dieses schmale Büchlein nicht nicht mögen. Adichie gibt Ratschläge ohne belehrend zu wirken. Und ihre wichtigste Botschaft steckt in jedem Satz: Egal welches Geschlecht, wir sollten alle Kinder zu guten Menschen erziehen.

Ich mochte die klare Sprache und die inspirierenden Ratschläge sehr gerne. Definitiv eine Empfehlung für jedermann/frau!

Wer unterhaltsame Happy-End-Lektüre für zwischendurch sucht, ist mit dem Roman "Tage wie Salz und Zucker" gut beraten.
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Die perfekte Feel-Good-Geschichte, wenn man krank im Bett liegt.
Inhaltlich wird die Geschichte von Ellen erzählt, die für andere Menschen "unsichtbar" ist und keinerlei soziale Kontakte hat... bis die blinde und lebensfrohe Temerity in ihr Leben stolpert.
Gemeinsam legen die beiden Frauen Gaunern das Werk und machen die Welt ein kleines Stück besser.

Eine sehr warmherzig erzählte Geschichte über zwei ungleiche Frauen, die glücklich macht!

Generation Beziehungsunfähig meets Seelenverwandtschaft. Wie schafft man es die Liebe ein Leben lang aufrechtzuerhalten? Dieser Frage ging Kulturkorrespondentin und Literaturwissenschaftlerin Julia Grosse in "Ein ganzes Leben lang" nach und reiste dafür bis nach New York.


In zehn liebevoll gezeichneten Porträts beweist Grosse, dass es nicht immer wie im Märchen läuft und man trotzdem bis ans Lebensende gemeinsam glücklich sein kann. Die persönlichen Geschichten werden sehr humorvoll, unterhaltsam – und vor allem liebevoll - dargestellt.

Ein mutmachender Liebesbrief an das Leben und die Liebe – verpackt in ein Sachbuch.

Im März habe ich mit "Alice" meinen ersten Roman von Judith Hermann gelesen, eine der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Schriftstellerinnen.

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"Astronauten, wir sind wie Astronauten, dachte Alice, es gibt nirgends Halt."

Fünf Geschichten. Fünf Verluste. Fünf Mal Alice. Die fünf Geschichten haben eines gemeinsam: die Protagonistin Alice. Alice, über die der Leser nicht viel erfährt.
Judith Hermann gelingt es, Alltägliches, Banales auf wunderschöne, tiefgehende Weise zu beschreiben.
Der Leser kann sich in Alice hineinfühlen. In die Leere, die Ohnmacht, die stehenbleibende Welt.
Hermann ist eine exzellente Beobachterin und beschreibt detailliert - und lässt gleichzeitig zahlreiche Lücken, die den Leser zum Nachfühlen einladen.

Eine klare Leseempfehlung meinerseits!  


Ein weiterer "coup de coeur" für Euch ist "Schnell, Dein Leben" von Sylvie Schenk.

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Die Deutsch-Französin blickt in ihrem autobiographischen Roman auf ihr Leben zurück. Als junge Französin verliebt sie sich während des Studiums in einen Deutschen. Die beiden heiraten in Deutschland und die Protagonistin Louise muss sich ein Leben in Deutschland, der Fremde aufbauen.
Nach und nach erfährt Louise immer mehr Details aus der Vergangenheit des autoritären Schwiegervaters, der im Krieg in Frankreich war...

"Ich bin in Deinen Armen gewachsen"

Sylvie Schenk schreibt unheimlich fesselnd, warmherzig und intelligent. Ein sehr interessanter Blick auf das Heranwachsen einer jungen Frau in den 50-er Jahren!

Sich im Nachbarland ein neues Leben aufbauen. Das kommt mir hier in Nantes sehr bekannt vor. Schenks Blick auf die Heimat und die Fremde sind sehr interessant - und machen Mut.

Ein Lebensbuch in einem poetischen Schreibstil, das einen neuen Blick auf die Nachkriegszeit wirft!


Zudem habe ich im April mich durch das französische Zeitschriftenangebot geschmökert und mich in die französischen Ausgaben der "flow" und "In the moment" verliebt. Die Papierextras sind natürlich direkt in meinem neuen Zimmer gelandet und verschönern nun meine Wände.

Welches Buch lest Ihr gerade?

Ich wünsche Euch noch einen wunderschönen Lesedonnerstag!

Alles, alles Liebe,
Eure Hannah

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