[Kolumne] Filmreview zu "Embrace" und warum #Bodypositivity so wichtig ist!

10:00

Guten Morgen meine Lieben,

ich starte mit einer Kolumne in die Woche, die mir sehr am Herzen liegt. Einem Beitrag über ein Thema, das mich zurzeit sehr beschäftigt und bewegt.
Heute möchte ich euch die Dokumentation "Embrace - Du bist schön" vorstellen und mit euch über Body Positivity diskutieren.

Spätestens seitdem die australische Fotografin Taryn Brumfitt ein Vorher-Nachher-Bild auf Facebook gepostet hat, hört man viel von Body Positivity.

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©Majestic

Das Besondere an Taryns Foto: Das Vorher-Bild zeigt Taryn in ihrer vermeintlichen "Idealfigur", das Nachher-Bild zeigt sie in ihrem Wohlfühlkörper.

Indem Taryn das übliche Vorher-Nachher-Foto-Spiel umgekehrt hat, sorgte ihr Post für ordentlich Aufsehen - weltweit.


In dem - von Nora Tschirner mitproduzierten - Dokumentarfilm "Embrace" reist die Australierin um die Welt und fragt Frauen nach ihrem Körperbild.

Dünn = glücklich? 


Nachdem Taryn drei Kinder zur Welt gebracht hat, begann die Australierin ihren Körper zu hassen. Sich selbst nicht mehr schön zu finden. Innerhalb weniger Wochen stellte Taryn Brumfitt ihre Ernährung um und begann ehrgeizig Sport zu treiben. Doch als sie dann mit ihrem Wunschkörper auf der Showbühne eines Bodybuilding Wettbewerbs stand, war sie schlichtweg nicht glücklich - und realisierte, dass es das einfach nicht wert war.
So viel Energie, Verzicht - und wofür das alles? Für die perfekten Maße?

Taryn ist es gelungen sich von dem Streben nach dem "perfekten" Körper zu befreien. Sich dem Druck zu entziehen, der täglich auf uns einwirkt.

Ihr Konzept lautet: Embrace - Umarme deinen Körper wie er ist!

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91% aller deutschen Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden 


Diese Zahl hat mich nicht nur erschrocken, sondern auch bedrückt. Wie kann es ein, dass fast alle Frauen mit ihrem Körper unzufrieden sind? Dass so viele Frauen ihren Körper hassen?

Warum fällt uns Body Positivity so schwer?


Definitiv eine Ursache sind die Medien. Egal wo wir sind - ob wartend am Bahnhof, im Internet surfend oder bummelnd in der Einkaufsstraße - überall sind sie: die scheinbar "perfekten" Körper.


"Wir haben vergessen, wie der Durchschnittskörper aussieht"


Ebenfalls in "Embrace" diskutiert werden curvy models. Sogenannte Übergrößenmodels tragen teilweise Größe 38 - und entsprechen damit dem weiblichen Durchschnittskörper.

Dass bei Covermodels sehr viel Photoshop eingesetzt wird, weiß jeder. Und dennoch drängt sich uns Tag für Tag das heutige Schönheitsideal in Form der Medien auf. Aber sind wir wirklich einer tagtäglichen Gehirnwäsche in Form von Instagram, Werbung etc. ausgesetzt?

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Plus Size Model Stefania Ferrario und Regisseurin Taryn ©Majestic

In den Extras der DVD "Embrace" sagt Nora Tschirner sehr treffend, dass wir nichtsdestotrotz nicht nur den Medien die Schuld in die Schuhe schieben dürfen. Wir tragen eine Selbstverantwortung!


Mein Weg zur Body Positivity


Als ich neulich mit einer Freundin über Schönheit diskutiert habe, ist mir bewusst geworden, dass ich glücklicherweise in den letzten Jahren ein gesundes Körpergefühl entwickelt habe.

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Ich habe keine Waage, gehe oft ungeschminkt aus dem Haus und fühle mich meistens ziemlich wohl in meiner Haut. Das heißt nicht, dass es auch Tage gibt, an denen ich am liebsten meinen Körper umtauschen würde, aber meistens bin ich zufrieden mit mir selbst.

Leider war das nicht immer so. Ich bin ein Mensch, der sich viel zu oft mit anderen vergleicht und sehr ehrgeizig ist (daran arbeite ich im Moment!). In der Pubertät hatte ich Probleme mit meinem Selbstwertgefühl. Ich fand mich nicht dünn genug, meine Nase war zu lang und alle anderen Mädchen sind doch sowieso schöner als ich.

1) "Mein Körper ist kein Schmuckstück, sondern ein Instrument"


Meiner Meinung nach sollten wir unseren Fokus verschieben: Aussehen sollte unwichtig sein. Oder zumindest nicht entscheidend sein! Denn egal wie abgedroschen es klingt, es geht immer um das Innere. Was bringt es dir, wenn du äußerlich dem aktuellen Schönheitsideal entsprichst, es aber deiner Seele nicht gut geht?

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2) Verschwende deine Lebenszeit nicht mit Selbsthass!


Wieviele Stunden verschwenden wir, weil wir unser Aussehen optimieren wollen? Wieviele Stunden stehen wir skeptisch vor dem Spiegel und betrachten unsere angeblichen "Makel"?
Damit verschwenden wir nicht nur kostbare Lebenszeit, wir führen auch einen täglichen Kampf. Einen Kampf gegen uns selbst, gegen unseren Körper.

Wie wäre es, wenn wir das nächste Mal einfach unser Spiegelbild anlächeln und uns denken "Du bist schön"?!

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3) Perfektion ist langweilig!


Gerade unsere "Makel" machen uns besonders. Auch wenn du selbst vielleicht deinen schiefen Schneidezahn oder deine zerzauste Haarmähne nicht magst, für viele andere macht genau das deine Besonderheit aus. Andere finden das schön.
Versuchen wir doch alle unsere Unperfektheit von jetzt an schön zu finden! Oder diese zumindest nicht mehr abzulehnen.

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4) Was ist Schönheit für dich?


Stell dir einmal diese Frage.
Für mich kommt Schönheit von innen. Schönheit ist Ausstrahlung. Schönheit kann zum Beispiel ein ehrliches, strahlendes Lächeln sein.

Aber vor allem ist Schönheit für mich Charakter. Wenn ich zum Beispiel eine Mutter sehe, die liebevoll ihr Kind tröstet, dann ist das für mich Schönheit.
Ein Mensch, der innerlich stark ist und immer für die eigenen Werte eintritt, ist für mich schön.
Jemand, der über seine eigenen Fehler lachen kann, ist für mich schön.


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Lasst uns weniger Neid säen, uns weniger vergleichen, sondern Schönheit neu definieren!
Schönheit unabhängig von Konfektionsgrößen und Gewicht sehen.
Uns selbst schön finden für das was unser Körper ist: Ein Instrument.
Ein Instrument, das so viele schöne Töne hervorbringen kann. 

Sport treiben, lachen, Kinder auf die Welt bringen - leben.

Wir Frauen können mit unseren Körpern Wunder vollbringen.
Ist das nicht das wirklich Entscheidende?!


Meiner Meinung nach ist "Embrace - Du bist schön" ein Film, der in Schulen gezeigt werden sollte! Die Doku ist nicht nur thematisch wichtig, sondern auch unterhaltsam und inspirierend.
Taryn Brumfitt gelingt es zu schockieren, aber auch Mut zu machen. Eines wird aber deutlich: Damit sich global gesehen etwas verändert, muss die Erziehung umgestaltet werden - und die Industrie mitziehen!

-> Mehr über das "Body Image Movement", das Taryn Brumfitt gegründet hat, findet ihr hier.


Über euer Feedback zu diesem sehr persönlichen Post und eure Meinung zu dem Film würde ich mich sehr freuen! :-)

Ich wünsche euch einen schönen Dienstag und schicke euch ganz liebe Grüße,
eure Hannah

PS: Dass der #Bodypositivity-Hype aber auch nach hinten losgehen kann, beschreibt Lina Mallon sehr schön in ihrer Kolumne. Ein Artikel, den ich so unterschreiben kann!

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Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an LimeLight PR und Majestic!

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2 Kommentare

  1. Hey :)

    Ich bin zufällig über deinen Blog gestolpert und muss sagen, dass er wunderschön ist. Ein wirklich toller Blog! Sehr gerne folge ich dir.

    Außerdem würde ich mich sehr freuen, wenn du meinen neue Blog besuchen würdest: Hier 

    Ganz liebe Grüße
    Zeki :)
    https://books-dreamland.blogspot.co.at

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    1. Hey liebe Zeki,

      ganz lieben Dank für Deinen lieben Kommentar! <3

      Es freut mich natürlich riesig, dass Dir mein Blog so gut gefällt. :)

      Auf Deinem schaue ich natürlich liebend gerne vorbei!

      Danke Dir nochmals und ganz liebe Grüße aus Stuttgart,
      Hannah

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